Meine Traumküche nach 6 Jahren in der Praxis

Küche

Ein gebrauchtes Haus hat den Vorteil, dass man Vieles erst mal so verwenden kann, wie es beim Kauf ist. Nach einer neuen Heizung und einem neuen Duschbad stand 2009 die Küche* an. Unser Haus ist Baujahr 1982 und die Küche war beim Kauf ebenso alt, gekauft haben wir es 2003.

Gebrauchter Mix

Einen Geschirrspüler haben wir aus einer vorherigen Wohnung mitgebracht und der Herd wurde nach einem Jahr durch einen guten gebrauchten aus meinem Elternhaus ausgetauscht. Der Plan sah vor, die unschöne einfache Küche komplett zu ersetzen, wenn die Elektrogeräte den Geist aufgeben. 2009 haben dann Geschirrspüler und Kühlschrank gleichzeitig ihr baldiges Ende offenbart. Die Dunstabzugshaube war schon ewig defekt. Den Herd konnten wir noch erfolgreich verschenken.

Vor der Investition in eine Küche habe ich mich bis dahin unter anderem gedrückt, weil ich Angst davor hatte, dass mir das Ergebnis nicht gefallen würde oder mir der Wow-Effekt fehlen würde – und das bei so viel Geld und langer Nutzungsdauer. Weil ich so gerne koche und so gerne esse und so gerne in der Küche bin, hängt mein Herz so daran und ich hatte Angst. Eine Küche Planen – was für eine Aufgabe!

Vom Traum zur Realität

Meine Traumküche war ein schlichtes Modell von Bulthaup. Da der Porsche unter den Küchen finanziell nicht drin ist, musste eine Alternative her. Nach Besuchen in zwei Küchenstudios in der Nähe und einem Möbelhaus war klar: Es wird eine Küche von Nolte mit sehr guten Elektrogeräten von Bosch vom inhabergeführten Geschäft um die Ecke.

Bei der Planung haben mir die Erfahrung der Küchenbauer und das Ansehen von fertigen Küchen im Internet sehr geholfen. Leicht gefallen ist die Wahl der Geräte, vor allem des Herdes, denn es gab genau ein Modell, das passte 🙂 : Induktion mit Drehregelknöpfen ohne Touchregler und einem eigenen Regler für jede Platte. Mein Traum war ein breiter Herd mit einer großen 5. Platte in der Mitte. Den musste ich mir abschminken, weil es den nur mit Touchreglern gab – indiskutabel, weil die Touchfelder auf meine Finger meistens nicht reagieren – und ich auf einen Eckschrank hätte verzichten müssen, den ich als Topfstauraum verwende. Was mich immer wieder überrascht, ist die Qualität der emaillierten Backblecke von Bosch. Die Dinger sind echt teuer, lassen sich aber mit heißem Wasser fast von alleine reinigen, auch wenn etwas Öliges bei 220 Grad darauf angebrannt ist, wie kürzlich bei meiner Tomaten-Focaccia.

Gegen den Trend

Ansonsten halte ich es in der Küche wie bei Bekleidung: Trends an sich sind mir egal, zu mir muss es passen. Deshalb sind die Hängeschränke deckenhoch, denn ich mag keinen Staub auf Schränken und nutze Stauraum gerne voll aus.

2009 waren Hochglanzküchen modern, wollte ich auch nicht haben. Ich zahle doch nicht mehr Geld, um hinterher jeden Fingerabdruck auf den Flächen zu sehen.

Bei der Arbeitsplatte wollten zwei Küchenbauer mir partout Granit andrehen oder Plastik. Kunststoffoberflächen bei Arbeitsplatten finde ich optisch und haptisch scheußlich, da hilft auch ein kleiner Preis nichts. Granit kann zwar hübsch aussehen und hätte dem Geophysiker im Haus auch gefallen, ist mir aber zu kalt in der Haptik und ich würde sämtliches Geschirr darauf anschlagen. Ich bin da manchmal etwas grobmotorisch.

Für mich war klar: Wenn es eine neue Küche gibt, dann nur mit einer massiven Holzarbeitsplatte. Der Küchenbauer, der den Auftrag bekommen hat, ist Tischler vom Lehrberuf her und konnte mich verstehen. Bis heute freue ich mich über jeden bezahlten Euro, den diese Arbeitsplatte gekostet hat, weil sie sich einfach gut anfühlt. Sie ist geölt, nicht lackiert. Sie wirkt auf den Bildern und auch in echt wie lackiert, weil sie durch viele Ölschichten so gut versiegelt ist. Am Anfang habe ich sie alle 4 Wochen geölt, inzwischen vielleicht alle 6 Monate. Bei jedem Abwischen der Anrichte erfreue ich mich an dem Holz und das bisschen Arbeit mit dem Einölen mache ich dafür gerne.

Bei der Farbe war ich unsicher, ob ich mich an bunte Fronten traue oder nicht. Es standen Rot und Sonnengelb zur Debatte. Bei den Fliesen war auch Dunkelblau in der Diskussion. Am Ende haben wir uns dann ganz schnell auf die Mosaikfliesen geeinigt und dann war die weiße Küche klar. Dazu habe ich ein kleines Muster der Fliesen aus dem Handel fotografiert, am PC mehrfach nebeneinander kopiert, weiße Fugen hineingebaut und x-fach ausgedruckt. Mit dieser Art Mustertapete bin ich dann ins Küchenstudio und habe es an die Musterküchen angehalten. Der Küchenbauer guckte erst etwas erstaunt, war dann aber begeistert von der Idee. Gerade bei einem so kleinen Mosaik in flächiger Verarbeitung kann ich den Gesamteindruck nur sehen, wenn die Fläche gefüllt ist. Wir haben noch ein paar Kartons über, falls noch jemand welche braucht …

Zu viele Steckdosen kann man nicht haben

  • Elektriker 2009: „Nehmen sie eine Steckdose mehr …“
  • Ich 2009: „Nein, das reicht nun langsam wirklich … wie viele Steckdosen soll ich denn noch brauchen …“
  • Ich 2016: „Also hinter dem Ordner rechts an der Seite könnte ich gut noch eine gebrauchen …“

Offene Küche vs. Küchentür

So schön ich offene Küchen finde und gerne eine hätte, so wichtig ist es mir, Türen schließen zu können. Weil immer mal Kunden bei mir im Haus sind und ich die Küche als privates Refugium betrachte, hat die Küchentür gesiegt. Ansonsten hätten wir eine Wand herausnehmen lassen und auch gleich noch Esszimmer- und Küchenboden neu Fliesen lassen dürfen … auch ein kleiner Aspekt. Im nächsten Leben gibt es ein separates Studio für Kunden und eine offene Küche für mich.

Bei der Entscheidung für die weiße Küche mit den bunten Fliesen spielte auch eine Rolle, dass sich Fliesen einfacher verkleiden lassen als Schrankfronten, falls man sie doch irgendwann nicht mehr mag. Lustiger Weise erfreue ich mich noch immer jeden einzelnen Tag an der Buntheit und Fröhlichkeit dieser Fliesen in den vielen Rot-/Orange-/Pink-/Lilatönen. Zu wissen, dass ich außer der Steckdose nichts anders machen möchte, wenn ich heute eine Küche bestellen würde, ist ein gutes Gefühl.

Wie habt Ihr Eure Küche geplant oder eingerichtet?

  1. * Für diesen Beitrag mit den Verlinkungen wurde ich von Homify beauftragt und habe eine Vergütung erhalten. Damit ist der Beitrag eine Anzeige. Trotzdem gibt der Beitrag – wie immer – meine ehrliche, freie und subjektive Meinung wieder. []

Frohe Weihnachten

Weihnachtskarte

… und einen guten Rutsch in ein gesundes, leckeres, schönes Jahr 2015!

Die Bastelanleitung für diese Karten findet Ihr hier: DIY Weihnachtskarten

Buchreview: selbst gemacht & mitgebracht


Selbst gemacht & mitgebracht: Geschenke aus der Küche von Regine Stroner

Schnell gemacht – schön verpackt – Freude bereitet. So einfach kann das Leben sein! Regine Stromer gibt in ihrem neuen Buch viele Anregungen, wie kleine Geschenke aus der Küche zubereitet und liebevoll mit einfachen Mittel verpackt werden können. Nach dem Beginn mit einigen Grundlagen gibt es Rezepte für Konfitüren & Co., Würzmischungen, Saucen, Öle, pikante Beilagen und Naschkram zum Abschluss.

Erst war ich gar nicht so angetan, weil der Start recht fruchtlastig ist und ich keine Fruchtaufstriche auf Brot esse. Ich verwende sie nur zum Verfeinern von Soßen. Aber dann gefiel mir das Buch immer besser, auch weil die Verpackungsideen so schnell und einfach sind. Ich habe fast alles Bastelzeug dafür parat, was verwendet wird.

selbst gemacht & mitgebracht

Bei den herzhaften Rezepten kamen dann auch immer mehr Klebezettel ins Buch bei den Seiten, deren Rezepte ich versuchen möchte. Erstmal für mich – dann auch vielleicht mal zum Verschenken. Dazu gehören eine Würzpaste als Ersatz für Gemüsebrühe aus dem Glas, Tomaten-Ketchup mit Paprika (seit ich auch Currywurstsauce selbst mache, schätze ich das) und nussige Pistazienblätter.

Ist so ein Kochbuch auch etwas für Euch?

___
Das Buch ist über die üblichen Quellen und im Webshop bei KOSMOS zu bestellen.Es wurde mir als Rezensionsexemplar kosten- und bedingungslos zur Verfügung gestellt. Vielen Dank! Der Beitrag gibt meine ehrliche, freie und subjektive Meinung wieder.

Dekoidee: Servietten & Menükarten

Servietten dekoriert mit Masking Tape und Menükarten

Servietten dekoriert mit Masking Tape und MenükartenWeihnachten ist zwar vorbei, aber die nächste Tischdekorationsmöglichkeit für Gäste kommt bestimmt! Nachdem es in 2012 Rollen aus Transparentpapier mit dem Menü als Serviettenhalter gab, habe ich in 2013 die Leinenservietten zu einer Tasche gefaltet. Weil mir die weißen Servietten zu schlicht waren, habe ich einfach Masking Tape aus Papier an den Rand geklebt und damit auf der Rückseite etwa 20 cm über den Rand hinweg den gefalteten Teil gleichzeitig etwas fixiert. In die Tasche habe ich das ausgedruckte Menü gesteckt. Dazu habe ich einfach Leinenpapier bedruckt. Da ich die Namen der Gäste auf jeder Menükarte eingedruckt habe, sind es gleichzeitig Platzkarten.

Achtung: Daran denken, Masking Tape vor dem Waschen komplett wieder abziehen, damit nichts verfärbt wird. Ging bei mir rückstandsfrei.

Wie dekoriert Ihr Servietten für Gäste am liebsten?

Dekoidee: Serviettenringe selbst gedruckt

Serviettenringe_www.leckerei_bei_kay.de

Einfach den Wunschtext auf Transparentpapier drucken oder schreiben, das Papier um die gerollte Serviette legen, mit Zierklebeband zusammenkleben und fertig ist der Serviettenring.

Auf dem Bild seht Ihr Stoffservietten in üblicher Größe. Transparentpapierstücke sind knapp A6 groß. Ich habe je 4 auf einen A4-Bogen gedruckt und sie dann passend zum Textabstand noch etwas mit dem Cutter beschnitten.

Sieht bestimmt auch für das Ostermenü schön aus!

Seiten 1 2 nächste